Archetypen in der Teamsupervision

Kennst du die 12 Archetypen nach dem Psychologen Carl Gustav Jung? In der Teamsupervision bieten sie einen wirkungsvollen Zugang, um Unterschiede sichtbar zu machen, Spannungen konstruktiv zu nutzen und Zusammenarbeit nachhaltig zu stärken. Archetypen sind keine Persönlichkeitstypen, sondern innere Muster, die prägen, wie Menschen denken, fühlen, handeln und in Beziehung treten. Sie helfen Teams, Dynamiken besser zu verstehen, ohne zu bewerten oder zu pathologisieren.

In meiner Arbeit mit Teams nutze ich Archetypen als Reflexionsinstrument, um Ressourcen, Bedürfnisse und Konfliktpotenziale sichtbar zu machen und Entwicklung auf einer tieferen Ebene zu ermöglichen.

Die 12 Archetypen nach C.G. Jung

Unterschiedlichkeit verstehen statt problematisieren

In Teams treffen unterschiedliche Haltungen aufeinander. Manche Menschen suchen Stabilität, andere Veränderung. Manche priorisieren Beziehung, andere Struktur oder Leistung. Archetypen bieten eine gemeinsame Sprache für diese Gegensätze und helfen, sie als notwendige Spannungsfelder statt als Störungen zu begreifen.

Individuelle Ressourcen sichtbar machen

Teamsupervision mit Archetypen macht deutlich, welche Qualitäten einzelne Teammitglieder einbringen. Dazu gehören Fürsorge, Klarheit, Kreativität, Mut, Reflexionsfähigkeit oder Verlässlichkeit. Diese Ressourcen bleiben im Alltag oft ungenutzt oder werden erst in Konflikten sichtbar. Durch archetypische Arbeit werden sie bewusst und können gezielt gestärkt werden.

Konfliktpotenziale früh erkennen

Viele Konflikte entstehen nicht durch einzelne Personen, sondern durch unerfüllte Bedürfnisse und unausgesprochene Erwartungen. Archetypenarbeit hilft Teams, diese inneren Dynamiken zu erkennen und konstruktiv zu besprechen, bevor sich Spannungen verfestigen oder in Rückzug, Überforderung oder Widerstand münden.

Arbeit mit Werten und innerer Haltung

In der Teamsupervision geht es nicht nur um Kommunikationstechniken oder Abläufe, sondern um Werte, Sinn und innere Orientierung. Archetypen ermöglichen es, diese Ebenen sichtbar zu machen und miteinander ins Gespräch zu bringen. Dadurch wird Verhalten verstehbar und Veränderung tragfähig.

Wir Gefühl stärken durch Akzeptanz von Individualität

Paradoxerweise entsteht nachhaltige Zusammenarbeit nicht durch Gleichheit, sondern durch Anerkennung von Individualität. Archetypenarbeit hilft Teams zu verstehen, dass verschiedene Bedürfnisse, Werte und Herangehensweisen keine Störung sind, sondern eine Ressource. Wenn diese sichtbar und besprechbar werden, entsteht Vertrauen, Zugehörigkeit und ein tragfähiges Wir Gefühl.

Weiter
Weiter

Stress erleben, eine hypnosystemische Perspektive